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Susanne Rödel

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Erschienen am
2.8.2011

Digital Health Coaching. Teil 2 der Serie „Förderung der Adhärenz: Was kann der „digitale Kanal“ beitragen?“

Susanne Rödel
Dr. med.
Susanne Rödel

Nach einer Einführung ins Thema Adhärenz und dem Artikel über Serious Games stellen wir nun ein weiteres Beispiel für Adhärenz-fördernde Maßnahmen aus der digitalen Welt vor. Das Digital Health Coaching verbindet Elemente des Coachings mit digitalen Angeboten. Dabei nutzt man verschiedene Kommunikationsformen und Vorteile, die durch digitale Plattformen (web oder mobile) ermöglicht werden.

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Nach einer Einführung ins Thema Adhärenz und dem Artikel über Serious Games stellen wir nun ein weiteres Beispiel für Adhärenz-fördernde Maßnahmen aus der digitalen Welt vor.Das Digital Health Coaching verbindet Elemente des Coachings mit digitalen Angeboten. Dabei nutzt man verschiedene Kommunikationsformen und Vorteile, die durch digitale Plattformen (web oder mobile) ermöglicht werden: Beispielsweise können Patienten jederzeit Anfragen stellen oder das Informationsangebot nutzen. Live-Gespräche mit Ansprechpartnern sind ortsunabhängig möglich. Patienten haben Zugang zu digitalen Tagebüchern und erhalten Reminder auf ihr Mobiltelefon.Beim Online-Coaching kann für jeden Teilnehmer ein persönlicher Aktionsplan erstellt werden, der die individuellen Gründe für die mangelnde Adhärenz berücksichtigt. Die Interventionen und Informationsmaterialien können dann für den jeweiligen Patiententypus „maßgeschneidert“ angeboten werden.http://social.eyeforpharma.com/story/medication-adherence-and-digital-health-coachinghttp://www.healthmedia.com/Motivation durch BelohnungDie amerikanische Firma HealthHonors hat beispielsweise das Software-Programm „Dynamic Intermittent Reinforcement (DIR)“ entwickelt: Patienten bestätigen auf einer Website, dass sie ihre Medikation entsprechend des Therapieplans eingenommen haben und erhalten dafür Punkte sowie kurze Hinweise, die der Schulung dienen. Je nachdem, welche Informationen die Patienten über sich auf der Website gegeben haben, wird ein individuelles Belohnungsprogramm erstellt. Die Punkte können z. B. für verschiedene krankheitsspezifische Prämien wie Bücher oder Asthmainhaler eingelöst werden, aber auch zur Verminderung der eigenen Zuzahlung für die Therapiekosten.http://social.eyeforpharma.com/story/using-incentives-improve-patient-complianceGesundheitstraining für Mitarbeiter spart KostenEin amerikanisches Gesundheitsunternehmen bot seinen Mitarbeitern 15 Digital-Health-Coaching-Programme an. Ziel war die Prävention oder das Management verschiedener Erkrankungen. Es gab beispielsweise Programme zur Gewichtsreduktion, zur Ernährungsschulung, zur Verbesserung des Schlafs oder zum Umgang mit chronischen Erkrankungen.Die Teilnehmer hatten nicht nur persönlichen Nutzen – der Arbeitgeber freute sich über reduzierte Gesundheitskosten für die Mitarbeiter. Verglichen mit Mitarbeitern, die nicht an einem Coaching-Programm teilnahmen, sparte das Unternehmen im Jahr nach der Programm-Teilnahme

  • $1.455 pro Teilnehmer des Gewichtsmanagement-Programms
  • $1.799 pro Teilnehmer des Ernährungsprogramms
  • $1.346 pro Teilnehmer des Stress-Management-Programms
  • $1.593 pro Teilnehmer des Rückenschmerzen- Programms
  • $1.384 pro Teilnehmer des Programms zur Verbesserung des Schlafs
  • $1.338 pro Teilnehmer des Programms zur Kontrolle der Binge-Eating-Ernährungsstörung

http://www.hhnmag.com/hhnmag_app/jsp/articledisplay.jsp?dcrpath=HHNMAG/Article/data/10OCT2010/101810HHN_Weekly_Grigaliunas&domain=HHNMAGAuch für den Krankenversicherer lohnt es sichBei der Prävention setzte auch ein Coaching-Programm des amerikanischen Krankenversicherers Highmark an. Das Angebot für Versicherte kombinierte Online- und Offline-Maßnahmen. Es beinhaltete unter anderem eine rund um die Uhr erreichbare Telefon-Hotline, eine medizinische Bibliothek und Kalkulatoren. Zusätzlich gab es während des Programms feste Kontrolltermine.Bei den Teilnehmern des Programms zeigten sich im Vergleich zu nicht-teilnehmenden Versicherten Verbesserungen des Lebensstils bzw. ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein sowie Kosteneinsparungen:

  • 19 % weniger Tabakkonsum
  • 20 % weniger Versicherte, die drei oder mehr Drinks pro Tag trinken
  • 35 % mehr Versicherte, die sich gegen Grippe impfen lassen.
  • 16 % mehr Pap-Tests (Vorsorge Gebärmutterhalskrebs)
  • 34 % mehr Tests auf okkultes Blut im Stuhl (Vorsorge Darmkrebs)
  • 12 % mehr Mammografien.
  • 39 % der Teilnehmer mit einem Body Mass Index (BMI) über 24,9 nahmen ab.

Die Gesundheitskosten pro Person und Jahr waren bei den Teilnehmern um $757 geringer. Die Kosteneinsparungen ergaben nach einem Jahr der Teilnahme einen return on investment von $9,89 für jeden Dollar, der für das Programm ausgegeben wurde.http://managedhealthcareexecutive.modernmedicine.com/mhe/Technology+Strategy/Digital-health-coaching-brings-care-management-to-/ArticleStandard/Article/detail/701725Fazit:Digital Health Coaching kann effektiv sein und Gesundheitskosten sparen. Es ist für die Teilnehmer wahrscheinlich einfacher in den Alltag zu integrieren als häufige vor-Ort-Termine mit einem Coach. Ein weiterer Vorteil ist die ständige Verfügbarkeit der Informationsmaterialien und anderen Unterstützungsangebote.

Susanne Rödel

Dr. med. Susanne Rödel arbeitet als Medical Director bei Spirit Link. Sie ist Expertin für die Konzeption und Redaktion medizinischer Inhalte. Sie ist überzeugt: Hochwertige Inhalte – fachlich fundiert und zielgruppengerecht aufbereitet – sind ein zentrales Erfolgskriterium für die Kommunikation mit Ärzten und Patienten. Großes Potenzial sieht sie in digitalen Maßnahmen zur Förderung der Therapietreue der Patienten (Adhärenz).

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