In aller Kürze

Alle kennen sie, die vermutlich am häufigsten verwendete Kreativmethode. „Lasst uns dazu mal brainstormen“ und schon geht die Ideensammlung los. Dass auf diese Weise nicht immer sehr kreative Ergebnisse herauskommen, haben die meisten wohl auch schon mal erlebt. Wir haben ein paar Tipps, wie man die Kreativität im Brainstorming befreien kann, um freier zu denken und auf wirklich neue Ideen zu kommen.

  • Je nach Methode unterschiedlich. 30 Minuten nicht überschreiten.
  • Bleiben Sie als Gruppe dran, bis Sie zufrieden sind. Gute Ideen zu finden ist Arbeit, und Ausdauer ist wichtig. Lieber mehrere Sessions statt einem Marathon.
  • 4–20
  • Setzen Sie das Team nicht nach „die sollte aus inhaltlichen Gründen dabei sein“ zusammen, sondern nach Vertrautheit und Background. Bringen Sie Teilnehmerinnen mit unterschiedlichem Background zusammen. Dadurch entstehen verschiedenartigere Impulse und die Wahrscheinlichkeit für neuartige Ideen wird erhöht.

Wofür ist es besonders geeignet

  • Viele Ideen finden – Masse vor Klasse
  • Einfache Fragestellungen, keine komplexen Probleme
  • Wenn eine sprachliche Lösung gefragt ist (Namen, Slogans …)

Warum wir es lieben

Menschen denken nicht linear, sondern spontan, impulsiv und emotional. Genau darauf baut Brainstorming auf. Richtig durchgeführt, arbeitet es gegen Konkurrenzdenken, Statusunterschiede und Angst vor Blamage. Dabei ist es relativ einfach durchzuführen und macht meistens Spaß!

Ablauf

Die Basics sind eigentlich jeder Moderatorin bekannt. Sie mit Nachdruck einzuhalten, ist der Schlüssel zum Erfolg.

  • Vor der Session: Sorgen Sie für Entspannung. Vermeiden Sie Stress und (Termin-) Druck bei Ihren Teilnehmerinnen. Dies kann z. B. die Wortwahl in Ihrer Einladungsmail unterstützen, ein angenehmer Ort oder welcher Termin für das Brainstorming gewählt wird.
  • Futter fürs Hirn: Zum Start ist eine kurze, aber gute Wissensbasis zum zugrundeliegenden Problem und der aktuellen Fragestellung notwendig. Gehen Sie dabei nicht zu tief ins Detail. Insbesondere die Einschränkungen, die für das Thema gelten, brauchen die Teilnehmerinnen vielleicht gar nicht zu kennen. Sortieren Sie nicht-mögliche Vorschläge später aus. Planen Sie lieber Zeit für Fragen ein.
  • Des Pudels Kern: Schenken Sie den Teilnehmerinnen Freiheit, indem Sie Ihnen Regeln geben.

    • Sag alles! Je ungewöhnlicher, desto besser. Eine „Quatschquote“ von > 80 % ist völlig normal für ein gutes Brainstorming. Das Nudelsieb kommt später.
    • Lass laufen! Je mehr Ideen, desto besser. Einfach immer weiter „produzieren“, auch wenn einem die eigenen Ideen erstmal zu naheliegend und banal erscheinen. Es geht darum, in Fluss zu kommen.
    • Trau dich! Wenn was Neues rauskommen soll, muss man auch neue Wege gehen.
    • Keine Kritik! Ergänze und verbessere bereits vorhandene Ideen. Statt „nein“ zu sagen, lieber mitgehen und überlegen, wie es anders funktionieren könnte.
  • Aufwärmen: Die Kreativität liegt außerhalb der Komfortzone. Bringen Sie Ihre Teilnehmerinnen daher ein Stück über ihre Grenze hinaus. Hier ist Feingefühl für die Gruppe gefragt. Ein Beispiel: „Zu zweit spielt ihr zwei Freundinnen, die sich lange nicht gesehen haben und die sich in einer Fantasiesprache unterhalten.“ Und dann lassen Sie die Gruppe in Duos „brabbeln“. Wichtig: Sie selbst sollten sich wirklich wohl mit der Übung fühlen. Nur dann können Sie hilfreich ermutigen.
  • Triggern: Ungewohntes eröffnet neue Denkpfade. Bieten Sie Ihren Teilnehmerinnen einen gut überlegten Auslöser fürs anschließende Brainstorming an. Das können Bilder, Geschichten, Fragen, Gegenstände usw. sein. Ein Favorit von uns: Bauen mit Lego® in angepasster Form. Das ist spielerisch, macht Spaß, regt komplett andere Hirnregionen an und ist für viele neu und ungewohnt. -> Macht vier Fliegen mit einer Klappe.
  • Inspirieren und assoziieren: Immer gleiche Methoden führen zu immer gleichen Ideen. Deshalb Methoden abwechseln. Auch den Körper einbeziehen (stehen, sitzen, gehen) und verschiedene Hirnregionen arbeiten lassen (mit Links schreiben, laut denken, malen) und die Zusammensetzung abwechseln (Einzelarbeit, in kleinen Gruppen, alle gemeinsam).Alle Ideen sollten dokumentiert werden.
  • Ideen auswerten: Jetzt darf wertschätzend bewertet, ausgewählt und priorisiert werden. Bleiben Sie in der Haltung von „Ideen weiterentwickeln statt kritisieren“.

Insidertipps oder „das halten wir für wichtig“

Jeder Mensch bewertet ständig. Das ist biologisch gesehen sinnvoll und lebenswichtig, aber beim Brainstorming der Störfaktor schlechthin. Als Moderatorin haben Sie dabei den größten Einfluss: Sie haben schon tausend Gründe im Kopf, warum was nicht geht. Aber das sollten Ihre Teilnehmerinnen nicht spüren! Auch wenn sie unmöglich sind, freuen Sie sich über ungewöhnliche Ideen, dann kommen mehr davon!Den inneren Bewerter vorübergehend auf stumm zu stellen, können Sie durch ein Bild unterstützen: „Der innere Bewerter ist wichtig und arbeitet rund um die Uhr. Schickt ihn doch jetzt für die Zeit des Brainstormings in den Urlaub, damit er danach wieder gute Entscheidungen treffen kann. Den hat er sich verdient. Jetzt gerade stört er nur.“
Gute Trigger zu finden ist eine Kunst und eine eigene Methode. Ermutigend ist jedoch der Gedanke, dass es kein Beinbruch ist, wenn ein Trigger mal nicht funktioniert. Jede Gruppe reagiert anders. Einfach in einer nächsten Runde neue Angebote machen.

Haltung

  • Während die anderen reden, sind die Teilnehmerinnen in der Regel damit beschäftigt, sich ihre Ideen für später zu merken, anstatt frei zu denken und das Brainstorming zu befeuern. Die Teilnehmerinnen sollten verinnerlichen, dass es darum geht, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen.
  • Wir wiederholen es nochmal, weil es so wichtig ist: „Ideen weiterentwickeln statt kritisieren.“
  • Und nicht zuletzt: Spaß ist erwünscht!

Quellen

Wer hat’s erfunden? Alex F. Osborn
Zum Vertiefen: Methodenpool Uni Köln

Übrigens: Für eine bessere Lesbarkeit wechseln wir pro Methode die Genderform.

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