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Uwe Spitzmüller

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Erschienen am
17.8.2010

Games for Health Conference 2010: 3 Best Practices

Uwe Spitzmüller
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In dem ersten Artikel zum Thema "Games for Health" habe ich die Grundlagen des Gamedesign für Healthcare-Spiele kurz angerissen - in diesem Artikel möchte ich Ihnen ein paar Beispiele vorstellen, die in Vorträgen der "Games for Health Conference 2010" immer wieder Thema waren.

Chaim Gingold, Gamedesigner der Firma Slackworks, referierte in seiner Key Note über "The Human Play Machine" über die menschlichen Möglichkeiten des Spielens. Der Mensch ist fähig, seinen ganzen Körper zum Spielen einzusetzen. Dabei wurde recht schnell deutlich, dass Computerspiele - so wie sie in den meisten Fällen auf den Markt kommen - nur einige wenige Fähigkeiten ansprechen, da sie den menschlichen Körper virtuell abbilden.Im medizinischen Kontext kann man sich Spiele zunutze machen, um bestimmte Fähigkeiten auszubilden, zu verbessern oder zu regenerieren. Konzepte sollten darauf abzielen, alle menschlichen Fähigkeiten in das Spieldesign einzubeziehen.Auf der „Games for Health Conference“ wurden meist zwei Spieltypen vorgestellt:

  • Spiele für medizinisches Fachpersonal, um deren Fähigkeiten zu trainieren und
  • Spiele für Patienten, um deren Wissen um eine bestimmte Krankheit zu vermehren oder um die Spiele als Hilfestellungim Rahmen einer Behandlung zu nutzen.

Durch den kommerziellen Erfolg der Exergames rund um Nintendos Spielekonsole Wii und dem damit verbundenen Fokus auf Consumer-Güter finden sich auch weit mehr Spiele, die sich an Patienten richten als Spiele, die für medizinisches Fachpersonal erstellt werden. (Der Begriff “Exergames” leitet sich vom englischen Wort “exercise” ab, was mit “Bewegung” oder “Leibesübung” übersetzt werden kann)Wenn Sie recherchieren möchten, ob in einem für Sie relevanten Feld oder einer für Sie relevanten Indikation bereits Spiele existieren, so können Sie die Datenbank auf Health Games Research nutzen.Die folgenden Beispiele zeigen verschiedene Anwendungsszenarien für Spiele im Gesundheitskontext:Ein Beispiel aus dem Bereich Exergames: Wii FitZielgruppe: 6-99Ziel: "Die neue Videospiel-Bewegung"

Nintendos Spielekonsole Wii hat die Bewegung zurück in die Kinderzimmer gebracht. Hier gelang dem Hersteller der erste kommerzielle Erfolg im Bereich Health Games -die Verbindung zwischen Videospielen und einer Bewegungssteuerung ist revolutionär und erfolgreich. Neben zahlreichen Sportspielen wie Tennis, Boxen oder Bowling existieren auch einige Spiele, die sich rein dem Thema Workout widmen: Wii fit verkaufte sich bis 2008 weltweit mehr als 1,8 Millionen mal, Wii sports ging sogar 21 Millionen mal über die Ladentheke (Quelle: MyNintendo).Nintendo WiiEin Beispiel aus dem Bereich Dental: Colgate KidsZielgruppe: KinderZiel: spielerisches Vermitteln von Wissen

Colgate richtet sich mit seiner Plattform Colgate Kids direkt an Kinder im Alter von 2 bis 4 Jahren. Die Kinder bekommen in mehreren kleinen Flash-Spielen Wissen vermittelt. Dabei wird über die richtigen Zahnputztechniken, gesunde Ernährung oder über die Notwendigkeit regelmäßiger Zahnarztbesuche spielerisch aufgeklärt.Colgate Kids WorldEin Beispiel aus dem Bereich Clinical Care: HumanSimZielgruppe: Ärzte, medizinisches FachpersonalZiel: Verbesserung der Entscheidungsfähigkeit

HumanSim ist eine virtuelle Umgebung, in der medizinische Fachkräfte trainieren können, in komplexen Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen,. Dabei werden die Spieler mit realistischen, herausfordernden Szenarien konfrontiert, wie etwa der Ersteinschätzung des Zustandes eines neuen Patienten oder der Entscheidungsfindung und klinischen Urteilsfähigkeit unter Stress.HumanSimWeiteres Beispiel: Pulse!! (leider offline)Für welches Thema Ihres Aufgabenbereiches könnten sich Spiele als Marketinginstrument eignen? Diskutieren Sie mit mir, ich beantworte gerne Ihre Fragen!

Uwe Spitzmüller

Uwe Spitzmüller arbeitet seit Januar 2007 als Consultant bei Spirit Link. Sein Credo: Nur keine heiße Luft fabrizieren! Deshalb legt er bei Konzepten und Strategien ein besonderes Augenmerk auf die Messbarkeit und den Nutzen von Kommunikation. Uwe entwickelt und implementiert Tracking- und Reporting-Systeme für „Cross Channel“-Kommunikation, mit denen sich zielgruppenrelevante Daten generieren und Maßnahmen kontinuierlich optimieren lassen. Darüber hinaus betreibt der passionierte Hobbykoch den Foodblog „High Foodality“, der seinen Ursprung in der Küche von Spirit Link hat.

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