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Susanne Rödel

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Erschienen am
9.6.2014

Die deutschen Gesundheitssurfer verstehen – was machen Patienten im Internet, und welche Folgen hat es für sie und andere Akteure des Gesundheitswesens?

Susanne Rödel
Dr. med.
Susanne Rödel

Diesen Fragen widmete sich eine groß angelegte deutschlandweite E-Patient-Befragung. Die Ergebnisse liegen frisch im Posteingang. Da Spirit Link Medical zu den Sponsoren der Studie gehört, kann ich Ihnen einige exklusive Einblicke gewähren.

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Diesen Fragen widmete sich eine groß angelegte deutschlandweite E-Patient-Befragung. Die Ergebnisse liegen frisch im Posteingang. Da Spirit Link Medical zu den Sponsoren der Studie gehört, kann ich Ihnen einige exklusive Einblicke gewähren.In den Monaten Februar und März 2014 wurde eine anonyme und freiwillige Online-Befragung auf 19 der größten deutschen Gesundheitsportale (u. a.: NetDoktor, Onmeda, jameda und weitere), darunter auch zwei Krankenkassen und deren Versicherten-Newsletter, durchgeführt. In diesem Zeitraum konnten 3.160* vollständige Befragungen generiert werden – eine beachtliche Zahl.Die Studie wurde initiiert von Prof. Dr. Mike Friedrichsen, Stuttgart Media University und Institute for Media Business GmbH Berlin, und Dr. Alexander Schachinger, Inhaber von healthcare42.com, Digital Healthcare Research&Consulting.Und nun zu den – aus meiner subjektiven Sicht – interessantesten Ergebnissen:Zunächst werden „alte Hüte“ bestätigt: Das Durchschnittsalter der Teilnehmer beträgt 59 Jahre, bei einem häufigsten Alter von 44 bis 74 Jahren. 60,1 Prozent der Teilnehmer sind Frauen, 39,9 Prozent Männer. In jüngeren Lebensjahren ist der Anteil der nach Gesundheitsthemen surfenden Männer noch geringer (z. B. bei unter 40-Jährigen nur 23,1 %).Unter den Gesundheitssurfern machen chronisch Kranke den höchsten Anteil aus.[caption id="attachment_4893" align="aligncenter" width="590"]

Grafik 1: Typologien der Gesundheitssurfer in Deutschland (n=3.056)

Grafik 1: Typologien der Gesundheitssurfer in Deutschland (n=3.056)[/caption]Die meisten Gesundheitssurfer fühlen sich sicher im Umgang mit dem Internet und finden, was sie suchen. Für medizinische Apps interessieren sich nur wenige der Befragten (4,1 %).[caption id="attachment_4896" align="aligncenter" width="592"]

Grafik 2: Vorgehen und Methoden der Internetnutzung zu Gesundheitsthemen (n=3.115)

Grafik 2: Vorgehen und Methoden der Internetnutzung zu Gesundheitsthemen (n=3.115)[/caption]In Suchmaschinen geben die Gesundheitssurfer am häufigsten Suchbegriffe ein, die Diagnosen, „allgemeinen Gesundheitsthemen“ oder Symptomen entsprechen (in dieser Reihenfolge). Unter den „Diagnose-Suchern“ machen Chroniker und Caregiver den größeren Anteil aus, nach Symptomen suchen eher Akut-Surfer und Interessierte.Gefragt nach den am häufigsten genutzten Websites landen jedoch Angebote ganz vorn, die zunächst nicht so viel mit den bevorzugten Suchkategorien zu tun haben: Verzeichnisse von Behandlungseinrichtungen, Ärzten, Medikamenten und Medizinprodukten (57 Prozent) und auch deren Bewertungen (51 Prozent) sind die am häufigsten genannten. An dritter Stelle folgen Medikamenten-Checks.[caption id="attachment_4897" align="aligncenter" width="592"]

Grafik 3: Genutzte Dienste und Anwendung internetbasierter Gesundheitsthemen (n=3.166)

Grafik 3: Genutzte Dienste und Anwendung internetbasierter Gesundheitsthemen (n=3.166)[/caption]Die Internetnutzung hilft den Patienten dabei, besser mit Ihrer Erkrankung umzugehen und eine aktivere Rolle bei der Behandlung einzunehmen. Die Patienten können Ihren Ärzten gezieltere Fragen stellen und gehen so informierter aus dem Arztgespräch (Grafik nicht dargestellt). Dies unterstützt auch die Therapietreue (Adhärenz) der Patienten.[caption id="attachment_4898" align="aligncenter" width="592"]

Grafik 4: Auswirkungen des Gesundheits-Surfens auf die Teilnehmer (n=2.020)

Grafik 4: Auswirkungen des Gesundheits-Surfens auf die Teilnehmer (n=2.020)[/caption][caption id="attachment_4899" align="aligncenter" width="592"]

Grafik 5: Auswirkungen des Gesundheits-Surfens auf die Therapietreue (n=2.020)

Grafik 5: Auswirkungen des Gesundheits-Surfens auf die Therapietreue (n=2.020)[/caption]52,1 % der Patienten bestätigen eine bessere Adhärenz hinsichtlich ihrer Medikamenteneinnahme. Und 30,7 % der Patienten sagen: „Durch mein Surfen im Internet habe ich von meinem Arzt schon mal ein anderes Medikament oder eine andere Therapie bekommen.“ Diese zwei Ergebnisse dürften vor allem diejenigen Marketingverantwortlichen interessieren, die noch keine Patienteninformationswebsite in dem für sie relevanten Indikationsbereich anbieten oder dieser nur wenig Beachtung schenken.Fast 30 % der Chroniker haben schon an einem Patientenbetreuungsprogramm teilgenommen. Größter Anbieter sind hier die Krankenkassen mit ihren Disease-Management-Programmen (DMP). Aber auch die Pharmaindustrie wird von 4,3 % der Patienten als Anbieter oder Mit-Anbieter eines Patientenbetreuungsprogramms genannt. Hält man sich vor Augen, dass DMP eher für die „großen“ Indikationen, wie z. B. Diabetes, angeboten werden und Pharmaunternehmen sich eher auf „kleinere“ Indikationen konzentrieren, in denen sie ein bestimmtes Produkt anbieten, wirken die 4,3 % schon stattlich. Meiner Erfahrung nach gibt es bereits Indikationen, wie die Multiple Sklerose, in denen quasi alle pharmazeutischen Anbieter, die Medikamente in diesem Bereich führen, auch ein Patientenbetreuungsprogramm anbieten. Würde man also nur MS-Patienten befragen, kämen ganz andere Zahlen heraus.[caption id="attachment_4900" align="aligncenter" width="592"]

Grafik 6: Nutzung von Patientenbetreuungsprogrammen (n=1.319)

Grafik 6: Nutzung von Patientenbetreuungsprogrammen (n=1.319)[/caption]

Zukunftstrends:

Immerhin 5,1 % der Patienten haben bereits ein Online-Lernprogramm oder eine Online-Therapie für ihre Erkrankung genutzt (s. Grafik 3). Da es noch nicht viele solcher Angebote gibt, finde ich die Zahl schon beachtlich. Hier wird sich in den nächsten Jahren sicher noch mehr tun. Erste Projekte dieser Art werden ja bereits von Krankenkassen angeboten bzw. für ihre Mitglieder bezahlt.Zum umstrittenen Thema elektronische Gesundheitsakte geben 43,3 % der Patienten an, dass sie sich „eine Gesundheitsakte individuell für mich und meine Medikamente, Arztdiagnosen, Röntgenbilder in einer eigenen verschlüsselten Webseite“ vorstellen könnten. Unter den Chronikern sind es sogar 46,8 %.

Fazit:

Seit einigen Jahren wird viel vom „mündigen Patienten“ geredet. Das Internet ist für jeden Einzelnen eine wichtige und inzwischen breit etablierte Hilfe auf dem Weg dorthin. Ob es darum geht, sich medizinisches Wissen anzueignen, einen passenden Arzt zu suchen oder das verschriebene Medikament kritisch zu hinterfragen – alle Informationen findet man online. Und mit etwas Erfahrung werden die Menschen auch sicherer dabei, unter den vielen Angeboten die Spreu vom Weizen zu trennen.Die Pressemappe mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Studie können Sie auf www.epatient-research.com kostenlos herunterladen. Wenn Sie am Gesamtbericht (73 Seiten) interessiert sind, wenden Sie sich gerne an Dr. Alexander Schachinger:as@epatient-rsd.com* In vielen Ergebnisgrafiken unterscheidet sich die Grundgesamtheit der Teilnehmer, da einige Fragen nur Chronikern und nicht den Präventions-Surfern bzw. den Gesunden und umgekehrt gestellt wurden.

Susanne Rödel

Dr. med. Susanne Rödel arbeitet als Medical Director bei Spirit Link. Sie ist Expertin für die Konzeption und Redaktion medizinischer Inhalte. Sie ist überzeugt: Hochwertige Inhalte – fachlich fundiert und zielgruppengerecht aufbereitet – sind ein zentrales Erfolgskriterium für die Kommunikation mit Ärzten und Patienten. Großes Potenzial sieht sie in digitalen Maßnahmen zur Förderung der Therapietreue der Patienten (Adhärenz).

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