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Uwe Spitzmüller

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Erschienen am
24.6.2010

Games for Health als ein neues Instrument Ihres Marketing-Mix

Uwe Spitzmüller
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Am 25. und 26. Mai 2010 fand in Boston die Games for Health Conference statt. Über 400 Teilnehmer - vorwiegend aus den USA - diskutierten, welche Rolle Computer- und Videospiele für das Gesundheitswesen und Healthcare spielen. In über 45 Vorträgen wurden diverse Themen intensiv vorgestellt und diskutiert.Im Gegensatz zu Europa existieren in den USA schon länger Bestrebungen, den Nutzen von Video- und Computerspielen als ein Kommunikationswerkzeug im Bereich Healthcare zu maximieren. Seit mittlerweile sechs Jahren findet dazu die Games for Health Conference statt, auf der sich Vertreter forschender Einrichtungen, Medizintechnikhersteller, Pharmaunternehmen und Spieleentwickler treffen.Die Diskussionen in der etablierten Szene drehen sich nicht mehr um die Frage, ob Computer- und Videospiele einen Nutzen in einem Healthcare-Kontext haben können, sondern wie dieser erreicht werden kann. Viele Studien belegen, dass Spiele eine Veränderung von Gewohnheiten bewirken (Behavior Change). Dieser Aspekt ist für den Healthcare-Markt von großer Bedeutung, geht es doch in der Prävention, der Behandlung von Erkrankungen und der Reha meist darum, sich auf eine neue Situation einzustellen und Gewohnheiten umzustellen. Die Spiele-Szene hat zudem erkannt, dass effektive Games for Health nur dann funktionieren, wenn Gamedesigner mit Healthcare Professionals im Tandem fundierte Ideen und Lösungen entwickeln.Games for Health richten sich dabei nicht nur an Patienten. Ärzte, Krankenhauspersonal oder Apotheker sind genauso im Fokus und können mit speziellen Spielen angesprochen werden.Der Markt der Healthcare-Computerspiele fokussiert sich zum Großteil auf folgende Einsatzgebiete:1. Exergaming und Active GamingMit dem Verkaufsstarton Nintendos Konsole Wii startete der Siegeszug der "Exergames" (Der Begriff "Exergames" leitet sich vom englischen Wort "exercise" ab, was mit "Bewegung" oder "Leibesübung" übersetzt werden kann).Wii-Spiele werden durch Bewegungen gesteuert und eröffnen so ein neues Spielprinzip. Der Spieler sitzt nicht mehr am Computer und steuert das Spiel mit Tastatur und Maus, er wird viel näher an das Geschehen gebracht. Gesten und Bewegungen werden auf das Spiel übertragen. In diesem Kontext wurden viele Spiele im Sport-Umfeld, wie zum Beispiel Boxen oder eine Tanz-Simulation, veröffentlicht.Die Spieler beginnen nun also, sich zu bewegen - aus einer spielerischen Motivation heraus. Durch ein regelmäßiges Spielen werden sowohl koordinative als auch physische Eigenschaften trainiert und verbessert. Durch den unglaublichen Erfolg der Wii gelang es zum ersten Mal, kommerziellen Erfolg und Healthgames miteinander zu verbinden.2. Spiele zur Aufklärung, Prävention und VerhaltensänderungViele Spiele widmen sich der Aufgabe, aufzuklären und eine Verhaltensänderung zu erreichen. Die Einsatzgebiete sind mannigfaltig. Denkbar sind Spiele in einem Marketingkontext, um z. B. spielerisch über die Notwendigkeit oder den Nutzen einer Impfung aufzuklären, in einem unterstützenden Kontext, um z. B. die regelmäßige Einnahme von Medikamenten bei chronischen Erkrankungen zu etablieren (vor allem in Zeiten ohne akute Beschwerden) oder in einem präventiven Kontext, um über diverse Gesundheitsthemen und Risiken aufzuklären.3. Spiele zur Verbesserung kognitiver und motorischer Eigenschaften Diese Spiele widmen sich der Aufgabe, kognitive oder motorische Fähigkeiten nach einer Erkrankung spielerisch zu trainieren und wieder herzustellen. Die Komplexität dieser Materie erfordert eine enge Kopplung des Gamedesign mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, um zum einen mit den richtigen spielerischen Ansätzen eine Verbesserung zu erzielen ohne zu schädigen, und zum anderen um eine effektive Kontrolle der Ergebnisse zu gewährleisten.Werden Ärzte als Zielgruppe angesprochen, so dreht es sich meist nicht darum, technische Situationen wie eine bestimmte Operation spielerisch nachzustellen, sondern vielmehr um spielerischen Wissensaufbau (v. a. für junge Ärzte und Ärzte in der Ausbildung) oder um die Förderung motorischer und kognitiver Eigenschaften, die für die Ausübung bestimmter Arbeiten benötigt werden (z. B. Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit für Radiologen, Verbesserung motorischer Eigenschaften für Chirurgen, etc.).In meinem nächsten Artikel werde ich Ihnen einige Spiele vorstellen, die auf der Games for Health 2010 gezeigt wurden.

Uwe Spitzmüller

Uwe Spitzmüller arbeitet seit Januar 2007 als Consultant bei Spirit Link. Sein Credo: Nur keine heiße Luft fabrizieren! Deshalb legt er bei Konzepten und Strategien ein besonderes Augenmerk auf die Messbarkeit und den Nutzen von Kommunikation. Uwe entwickelt und implementiert Tracking- und Reporting-Systeme für „Cross Channel“-Kommunikation, mit denen sich zielgruppenrelevante Daten generieren und Maßnahmen kontinuierlich optimieren lassen. Darüber hinaus betreibt der passionierte Hobbykoch den Foodblog „High Foodality“, der seinen Ursprung in der Küche von Spirit Link hat.

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