Zur Anmeldung
Erschienen am
14.5.2019

Agilität im Marketing, Teil 1: Warum das Thema Agilität auch Marketingabteilungen betrifft

Julia Heitland
Julia Heitland

Warum nicht nur in Softwareabteilungen agil gearbeitet werden sollte und was die agilen Methoden mit Marketingabteilungen zu tun haben, erfahren Sie in unserer zweiteiligen Serie zum Thema „Agilität im Marketing“.

Close

Agilität steht für die Anpassung bestehender Prozesse und Arbeitsweisen an sich kontinuierlich verändernde Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt stehen dabei eine stärkere Kundenorientierung, mehr Transparenz, eine größere Eigenständigkeit sowie das Lernen aus Fehlern. Patentrezepte, gleich in welcher Disziplin, sind jedoch Auslaufmodelle. Denn in einem dynamischen und volatilen Marktumfeld gilt es, schnell und flexibel zu (re?)agieren. Warum das Thema auch Marketingabteilungen betrifft und wie diese damit umgehen können, lesen Sie in dieser zweiteiligen Artikelserie.

Bestimmt ist auch Ihnen der Begriff „Agilität“ im Zusammenhang mit der modernen Arbeitswelt schon mal begegnet – vielleicht sogar in Ihrem eigenen Unternehmen oder Sie haben zumindest davon gehört oder gelesen. Dahinter verbirgt sich ein Konzept, dessen Ursprung im Bereich der Softwareentwicklung verortet wird – auch wenn die Grundlagen weit in das 20. Jahrhundert zurückreichen und auf die industrielle Produktion ausgerichtet waren. Im Kern geht es um die Erkenntnis, dass die gewohnten Arbeits- und Lösungsprozesse oft ungeeignet sind, in einer Zeit des kontinuierlichen Wandels angemessen auf die vielfältigen komplexen Herausforderungen veränderter Markt- und Kundenbedürfnisse einzugehen.

Haltung und Methoden des agilen Arbeitens

Agile Methoden, wie z. B. Kaizen, Kanban oder Scrum, beschäftigen sich also mit der Frage, wie wir besser, schneller und flexibler auf Veränderungen reagieren können, Optimierungspotentiale identifizieren und so letztlich zu besseren und kreativeren Ergebnissen kommen.Im Mittelpunkt stehen dabei:

  • Eine stärkere Kundenorientierung
  • Mehr Eigenständigkeit von Teams
  • Iterative und inkrementelle Arbeitsprozesse
  • Mehr Transparenz
  • Eine höhere Eigenmotivation
  • Eine beschleunigte Kommunikation
  • Die Vermeidung von Verschwendung
  • Eine strukturierte Problemlösung

Patentrezepte sind Auslaufmodelle

Sind das ausschließlich Themen aus der Softwareentwicklung? Nein, natürlich nicht. Nicht umsonst finden sich heute agile Methoden in allen möglichen Bereichen der Arbeitsorganisation, der Produktentwicklung oder des Projektmanagements wieder. Aber warum ist das so? Was will uns die agile Arbeitswelt denn eigentlich sagen bzw. an die Hand geben?Sie will uns sagen: Es gibt keine Patentrezepte mehr in einer Zeit, in der Digitalisierung und Globalisierung etablierte Strukturen und Funktionsweisen aushebeln und alte Gewissheiten nicht mehr gelten. Wir befinden uns inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses politischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Natur mit weitreichenden Folgen für nahezu alle Lebensbereiche. Auch und gerade die Arbeitswelt befindet sich in einer Zeit des Umbruchs, gekennzeichnet durch die zunehmende Automatisierung und Vernetzung sowie den zukünftigen Wegfall von Millionen von Jobs in Folge des verstärkten Einsatzes von Robotik und künstlicher Intelligenz (KI). Es müssen neue Formen der Zusammenarbeit gefunden werden – wir werden weniger arbeiten und flexibler. Dabei werden persönliche, kreative und unternehmerische Kompetenzen entscheidend sein.

Was all dies mit Marketing zu tun hat

Die Digitalisierung hat auch das Marketing entscheidend und nachhaltig verändert. Völlig neue Kommunikationskanäle sind entstanden, die ganz neue Tools und Denkweisen erfordert haben. Plötzlich wurden Maßnahmen direkt messbar, was nur der Anfang war auf dem Weg hin zum datengetriebenen Marketing. Die Kundenansprache erfolgt heute schneller und direkter und seit Social Media kann ein einzelnes Kunden-Feedback entscheidend sein für das Wohl und Wehe eines Unternehmens.Hinzu kommt: Kunden und Märkte sind heute deutlich volatiler und unberechenbarer als sie es bisher waren. Klassische Maßnahmen verfehlen hier oft ihre Wirkung. Modernes Marketing muss vielmehr in der Lage sein, schnell und zu jeder Zeit auf aktuelle Trends und Entwicklungen zu reagieren. Es gilt, den richtigen Content zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu platzieren, um so einen möglichst großen Impact zu erzielen.

Abb. 1: Sieben festgeschriebene Werte und Grundsätze bestimmen das Denken und Handeln beim agilen Marketing. Quelle: modifiziert nach www.marketinginstitut.biz

Abb. 1: Sieben festgeschriebene Werte und Grundsätze bestimmen das Denken und Handeln beim agilen Marketing. Quelle: modifiziert nach www.marketinginstitut.biz[/caption]

Transformation des Denkens und Handelns

Um als Unternehmen in diesem hochdynamischen Umfeld erfolgreich zu agieren, müssen folglich etablierte Pfade verlassen und Lösungen neu gedacht werden. Hier können die Methoden des agilen Marketings helfen, die richtigen Kommunikations- und Vertriebswege zu identifizieren, Planungs- und Entscheidungsprozesse zu verändern und so zu beschleunigen sowie eine Kultur des Experimentierens nach dem Trial-and-Error-Prinzip zu etablieren.Jedoch bringen Methoden per se nur wenig, wenn damit nicht auch ein Kulturwandel vollzogen wird. Es erklärt sich von selbst, dass sich in einem streng hierarchischen Unternehmen die Idee des agilen Arbeitens nicht wirklich entfalten kann, weil Teams nur bedingt eigene Entscheidungen treffen können. Bleibt die klassische Reporting- und Entscheidungskultur jedoch bestehen, wird leider nichts schneller und kreativer. Was können klassische Unternehmen also tun? Sie müssen an einer Verantwortungs- und Vertrauenskultur arbeiten. Wie das konkret aussehen kann und welche Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen, erfahren Sie in Teil 2 unserer Serie „Agilität im Marketing“.

Julia Heitland

Julia Heitland ist seit März 2019 als Partner und Senior Consultant bei Spirit Link. Ihr Herz schlägt für die Themen Healthcare Kommunikation, Markenstrategien, Organisationsentwicklung, Changemanagement und New Work. Sie hat 20 Jahre Erfahrung in der Marketingkommunikation, davon 8 Jahre im Agenturgeschäft und 12 Jahre in der Industrie bei Siemens Healthineers. Sie liebt es zu inspirieren und inspiriert zu werden, quer zu denken und nach neuen, individuellen Lösungsansätzen gemeinsam mit den Auftraggebern zu suchen. Sie glaubt, dass die Digitalisierung riesige Chancen birgt, die es freizuschaufeln gilt.

Alle Artikel von
Julia Heitland

Das könnte Sie auch interessieren …

"Weiter"-PfeilEs ist wieder Barcamp-Zeit …
31.1.2022
//
Juliane Albert

Es ist wieder Barcamp-Zeit …

Wir lieben Barcamps! So sehr, dass wir seit geraumer Zeit mehrmals jährlich Barcamps durchführen – für unsere Kund:innen und für uns intern – als Plattform, um sich zu neuen Ideen auszutauschen, über aktuelle Themen zu sprechen, um neues Wissen zu teilen, inspirierende Kampagnen anzuschauen oder neue Tools auszuprobieren. Wir sind mittlerweile richtige Barcamp-Fans! Und was wir gut finden, möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Lesen Sie hier kurz und knapp, was ein Barcamp ist, warum wir es auch unseren Kund:innen anbieten und wie die Veranstaltung nicht nur in Präsenz, sondern auch virtuell gut funktioniert.

"Weiter"-PfeilSymposium mit Regionalevents: ein erfolgreiches Hybridformat für Kongresssymposien
29.9.2021
//
Gunther Tutein

Symposium mit Regionalevents: ein erfolgreiches Hybridformat für Kongresssymposien

In den letzten eineinhalb Jahren haben wir viele Brand Teams gesehen, die mit virtuellen Kongressen durchwachsene Erfahrungen gemacht haben. In der Regel waren die Ergebnisse (Anzahl der Teilnehmer und Interaktionen) verglichen mit den Präsenzformaten ernüchternd. Im Austausch mit einer Pharma-Kundin haben wir nun ein Format kennengelernt, das durchweg positive Ergebnisse geliefert hat und das wir hier – mit freundlicher Genehmigung – teilen dürfen: ein Symposium mit Regionalevents.

"Weiter"-PfeilWie die Produktpositionierung mit dem Story-Sprint auch virtuell gelingt
25.8.2021
//
Spirit Link

Wie die Produktpositionierung mit dem Story-Sprint auch virtuell gelingt

Mit unserem Kunden BIOTRONIK galt es in Pandemiezeiten vorauszuplanen für ein anstehendes Projekt. Da der Communication Story Sprint für die Produktpositionierung nicht in persönlichen Meetings durchgeführt werden konnte, wechselten wir gemeinsam in den virtuellen Raum. Ein Learning: Digitale Workshops benötigen mehr Vorbereitung.

10.
März
Healthcare-Marketing
Spring Barcamp 2022
Multiperspektiven.
Ticket sichern