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Erschienen am
20.1.2015

Die Zielgruppe persönlich: Ein Radiologe in der Uniklinik

Gunther Tutein

In dieser neuen Serie stellen wir Ihnen vor, wie einzelne Ärzte oder andere medizinische Fachkräfte die Marketing-Maßnahmen der Industrie wahrnehmen. Den Auftakt macht Dr. Tobias Baumann, bis vor kurzem Oberarzt in der Klinik für Radiologie der Universitätsklinik Freiburg.

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In dieser neuen Serie stellen wir Ihnen vor, wie einzelne Ärzte oder andere medizinische Fachkräfte die Marketing-Maßnahmen der Industrie wahrnehmen. Den Auftakt macht Dr. Tobias Baumann, bis vor kurzem Oberarzt in der Klinik für Radiologie der Universitätsklinik Freiburg.

Herr Dr. Baumann

Herr Dr. Baumann ist Facharzt für Radiologie und war bis März 2014 Oberarzt in der Klinik für Radiologie der Universitätsklinik Freiburg. Seine Spezialgebiete umfassen die onkologische MRT und die Bildnachverarbeitung. Momentan arbeitet er im Bereich Nuklearmedizin am Unispital Basel. Wir kennen ihn, weil er Mitglied unseres Radiologie-Advisory-Boards ist. Die folgenden Fragen gingen wir kurz vor Weihnachten spät abends am Telefon durch – zu einer Zeit, zu der ein Radiologe für solch ein Interview eben Zeit hat.Hr. Baumann, wie versucht die Industrie Sie per Marketing zu erreichen?„Wenn ich mir so meinen Posteingang anschaue, erhalte ich gut fünf bis zehn Werbe-E-Mails pro Tag. Über die normale Post landen ungefähr zehn Werbesendungen pro Monat auf meinem Schreibtisch. Außendienstbesucher erhalte ich eher selten. Im Schnitt kommen pro Monat ein bis zwei Vertreter vorbei. Fax und Telefon spielen praktisch keine Rolle.“Welche Rolle spielen die E-Mails, die Sie erhalten?„E-Mails lese ich im Vergleich zu Briefen eher, da ich zumindest schon mal mit voller Aufmerksamkeit am Arbeitsplatz bin. Insgesamt betrachtet, bekommen aber nur wenige E-Mails meine Beachtung. Der wichtigste Faktor ist die Bekanntheit des Absenders. Und die Betreffzeile ist auch wichtig.In letzter Zeit kommen beispielsweise immer wieder Mails, die sich in der Betreffzeile auf meine eigenen Veröffentlichungen beziehen. Das garantiert natürlich meine Aufmerksamkeit. Leider muss ich aber feststellen, dass bei diesen E-Mails auch viele automatisch generierte Werbemails dabei sind.Inhaltlich gesehen sind die Top-Themen in den E-Mails Kongresse, Fach-Nachrichten, Werbung für CME-Kurse und Publikationsaufrufe für Journale. Die E-Mail-Absender sind bei mir breit gemischt. Nur eine Ärzte-Community sticht in den letzten Monaten mit etwa 10 % der gesamten E-Mails heraus. Da fühle ich mich schon massiv belästigt.“Was halten Sie von Briefen und anderen Postsendungen?„Briefe als Werbekanal haben einen schweren Stand. Da landet schon sehr viel im Müll während ich vom Postfach zurück laufe.Anders sieht es bei Heften und Magazinen aus, die mir auch oft geschickt werden. Die sind meistens wirklich hochwertig und aufwändig. Außerdem bekomme ich diese Magazine meist aufgrund einer bestehenden Beziehung zu einer Firma oder Institution, also nicht ganz ungefragt. Diese Magazine sind mit etwa 50 Seiten oft auch schon recht umfangreich. Da blätter ich mich dann schon meistens durch und lese auch mal ganze Artikel, wenn mich das Thema oder die Neuigkeit ansprechen – oder natürlich wenn ich die radiologischen Protagonisten kenne. Die meist zusätzlich abgedruckte Anzeigenwerbung innerhalb dieser Hefte halte ich allerdings für wirklich völlig nutzlos.“

Werbung für Ärzte

Und persönlicher Kontakt, über den klassischen Außendienst?„Der Außendienst erhält bei mir Aufmerksamkeit, die weit über das hinausgeht, was eine E-Mail oder ein Brief mit gleichem Inhalt bewirken. Das kann damit zusammenhängen, dass ich anders als Chefärzte eher wenig Vertreterbesuch bekomme. Andererseits sind es dafür meist Personen, die ich schon länger kenne und deren Informationen für mich sehr wertvoll sind. Über die rein fachlichen Themen hinaus erfährt man hier immer auch wichtige News aus der Community, da die Vertreter ja viel herumkommen.“Faxe und Anrufe werden nicht genutzt, um Sie zu erreichen?„Richtig, Faxe und Anrufe spielen bei uns in der Klinik keine Rolle. Das mag bei Niedergelassenen anders sein, aber angesichts unseres Alltag in der Klinik sind das für Werbetreibende aber auch wirklich keine probaten Kommunikationsmittel um uns zu erreichen.“Herr Dr. Baumann, herzlichen Dank für dieses Telefonat!

Gunther Tutein

Gunther Tutein

ist geschäftsführender Gesellschafter bei Spirit Link. Sein Antrieb ist es, durch den strategischen Einsatz digitaler Kanäle das Marketing im Gesundheitswesen zu verbessern. Für ihn ist ein guter Tag, wenn er einem Healthcare-Kunden einen neuen Impuls für sein Marketing geben konnte, mit dem er die Zielgruppe vom Hocker reißt. Die Zukunft gehört für ihn Strategien, die digitale und klassische Marketing-Kanäle optimal miteinander verbinden.

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Gunther Tutein

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