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Erschienen am
2.6.2023

Was Sie durch KI im Rx-Marketing nun von Ihren Agenturen erwarten können

Gunther Tutein

Im Bereich des Rx-Marketings ist es von entscheidender Bedeutung, innovative und effektive Marketingstrategien zu entwickeln, um Produkte erfolgreich auf dem Markt zu positionieren. Eine der vielversprechendsten Entwicklungen in diesem Bereich ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und KI-basierten Tools. Diese Technologien ermöglichen es, neue Ansätze zu verfolgen und besonders in den frühen Phasen der Marketingmaßnahmenentwicklung recht unkompliziert auf eine Vielzahl von Optionen zugreifen zu können.

Lassen Sie uns ein Präparat aus einer Fernsehzeitschriften als Fingerübung nehmen.

Das hier verwendete Produkt ist beliebig als Anschauungsobjekt gewählt. Uns ist bewusst, dass es nicht verschreibungspflichtig ist. Dennoch ist es nützlich, um mit dem Beispiel zu demonstrieren, wie KI-basierte Tools auch im Rx-Marketing unterstützen können. Wir arbeiten nicht für den Hersteller (oder ähnliche).

Bis eine solche Anzeige erstellt ist, kann es einige Zeit dauern, denn es müssen Headlines und Bildmotive gefunden werden, die zu der Zielgruppe des Präparats passen. Bei diesen Schritten kann – heute schon – künstliche Intelligenz unterstützen, indem sie Vorschläge entwickelt, aus denen sich die menschlichen Benutzer:innen dann bedienen können.

Varianten von Headlines

Die Kreation einer guten Headline ist oft ein umfangreicher Prozess, der viel Ausprobieren und Experimentieren erfordert. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass eine KI die endgültige Headline formuliert, können Sie von Ihrer Agentur zu Beginn des Projekts eine größere Auswahl an Varianten erwarten. Hier ein Beispiel:

Prompt für ChatGPT:
Schreibe mir 5 verschiedene Varianten der Überschrift einer Anzeige für ein homöopathisches Präparat, das gut gegen Schmerz in Gelenken wirkt, besonders bei Verschleißkrankheiten. Es bekämpft speziell Arthrose, ist gut verträglich und individuell dosierbar, weil in Tropfenform einzunehmen. Schreibe die Ergebnisse in eine Tabelle mit zwei Zusatzvarianten „witzig“ und „seriös“. 

Die Headlines sind noch nicht endgültig, können aber eine gute Ausgangsbasis für Diskussionen darüber sein, in welche Richtung es gehen kann. Zögern Sie also nicht, hohe Ansprüche an Ihre Agentur zu stellen, wenn es darum geht, in diesen frühen Phasen eine Vielzahl von Vorschlägen zu erhalten.

Stilfindung für ein Produktbild

In der Stilfindungsphase kann Ihre Agentur verschiedene Varianten eines Produktbildes erzeugen. Ein einfaches Beispiel dafür kommt direkt aus Midjourney:

Auch hier sind die Bilder natürlich noch nicht final. Es ist jedoch recht einfach, 20 oder mehr Bilder zu erstellen, verschiedene Stile auszuprobieren und anschließend anhand einer Vielzahl von Vorschlägen zu diskutieren, in welche Richtung das Design gehen soll.

Mögliche Segmente einer Zielgruppe

Fragen Sie ChatGPT doch auch mal danach, welche Zielgruppen sich für Ihr Produkt anbieten. Für unser Beispielprodukt schlägt ChatGPT folgende Zielgruppensegmente vor:

Sind dies endgültige Segmente? Nein. Aber auch hier kann eine solche Antwort der KI als Ausgangspunkt dienen, um Zielgruppen auszuwählen und Größen zu validieren. Es könnten weitere Beispiele zur Marktforschung, Long Copy, oder Anzeigenvarianten durchgeführt werden. Das Muster der Bearbeitung und die grundlegende Idee, sich durch die KI mit Basisinfos und Ideen aufzuladen, bleiben die gleichen.

Dinge, die Sie nicht erwarten können

Einige wenige Projekte können durch den Einsatz einer KI etwas günstiger im Preis werden, aber unsere Erfahrung zeigt bisher, dass dies eher sehr selten der Fall ist. Es braucht immer noch Zeit und Ressourcen, die Ergebnisse der KI zu bewerten und daraus qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzeugen.

Für Sie als Kund:in steigt der Anspruch an den Variantenreichtum und manchmal sogar die Anzahl der ausgearbeiteten Vorschläge, die im Team vorgestellt werden sollen. Dies kann tatsächlich aber auch zu höheren Kosten führen, als dass der Preis sinkt.

Zudem sollten Sie von einer KI keine fertigen Ergebnisse erwarten – zumindest noch nicht. Aktuell sind diese Ergebnisse allesamt gute Zwischenergebnisse, auf deren Basis weitergearbeitet werden kann. Für uns im Rx-Marketing genügen diese Ergebnisse noch lange nicht den Ansprüchen an etwas Gutes oder Fertiges.

Fazit

Es lohnt sich, von Ihrer Agentur zu Beginn einer Phase Variantenreichtum zu fordern, um eine breitere Grundlage für Entscheidungen zu haben. Zögern Sie nicht, diese Erwartungen klar zu kommunizieren. Vielleicht haben Sie sogar Spaß daran, mit den Agenturen verschiedene Optionen auszuprobieren und diese zu vergleichen. Denken Sie daran, dass die Ergebnisse von KI-basierten Tools noch keine fertigen Outputs sind und weiterer Arbeit bedürfen, um den hohen Ansprüchen im Rx-Marketing gerecht zu werden.

Gunther Tutein

Gunther Tutein

ist geschäftsführender Gesellschafter bei Spirit Link. Sein Antrieb ist es, durch den strategischen Einsatz digitaler Kanäle das Marketing im Gesundheitswesen zu verbessern. Für ihn ist ein guter Tag, wenn er einem Healthcare-Kunden einen neuen Impuls für sein Marketing geben konnte, mit dem er die Zielgruppe vom Hocker reißt. Die Zukunft gehört für ihn Strategien, die digitale und klassische Marketing-Kanäle optimal miteinander verbinden.

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